Buchmacher

Buchmacher für Sportwetten im Internet. Eine Wette ist ein Vertrag, bei dem derjenige mehrerer Parteien einen Gewinn erhält, dessen Vorhersage eines bestimmten Ereignisses sich als wahr herausstellt. Eine Wette bei der Geldeinsätze auf das Eintreffen bestimmter Sportergebnisse getätigt werden, nennt man “Sportwette”.

Heutzutage gibt es über das Medium Internet mehrere Möglichkeiten an Sportveranstaltungen und damit auch Sportwetten teilzunehmen. Da man via Internetstream oder in Spartenkanälen des Pay-TV live Wetten verfolgen kann, nehmen die im Internet abgegebenen Wetten einen immer größer werdenden Anteil am Gesamtumsatz ein.

Sportwetten können entweder zu einer festen Quote bei einem Buchmacher abgeschlossen werden, man wettet also gegen den Buchmacher, welcher die Quoten ständig neu festlegen kann, aber die Quote die bei Abschluss der Wette genannt wurde beibehalten muss. Oder man wettet bei einem Totalisateur, der Wetten per Totalisator vermittelt, der allerdings nicht als Wettgegner auftritt. Im Totalisator wetten die Wett-Teilnehmer zu variablen Quoten gegeneinander. Diese Wettart wurde um 1865 von Pierre Oller in Frankreich erfunden und etwas später im damaligen Deutschen Reich (im Gegensatz zum Wetten gegen einen Buchmacher oder Privatpersonen) als Glücksspiel verboten. Ein Australier, George Julius, erfand 1913 erstmals einen mechanischen Totalisatorautomaten für eine neuseeländische Pferderennbahn. Aufgrund seines großen Erfolges gründete er 1917 die “Automatic Totalisators Ltd. (ATL)” und baute elektromechanische Totalisatorautomaten. Dies sei hier erwähnt, da seit den 70er Jahren des 20ten Jahrhunderts alle größeren Rennbahnen (elektronische) ATL-Totalisatoren verwenden um Pferde Wetten abzuschließen.

In Deutschland benötigt ein legaler Buchmacher eine behördliche Erlaubnis für seine Tätigkeit und muss sich auf Wettannahmen im Pferderennsport beschränken. Allerdings werden die Sportwetten anderer Sportarten von Buchmachern aus EU Ländern in welchen ihre Tätigkeit legal ist (Großbritannien, Gibraltar, Malta) abgedeckt.

Der Buchmacher arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Diese versucht er durch statistische Berechnungen abzuschätzen und dadurch sein Risiko zu minimieren. Der Buchmacher hat aber auch den Vorteil, dass er das Ergebnis nicht genau vorhersagen muss. Er muss Quoten errechnen, die auf Einschätzungen der prozentuellen Anteile der Wettausgänge beruhen. Die Bezeichnung “Buchmacher” kommt daher, dass der Buchmacher alle Wettausgänge in seinem Buch notiert um möglichst umfangreiches statistisches Material zum Analysieren zur Verfügung zu haben.

Wenn der Buchmacher die Einsätze aller Verlierer als Auszahlung auf die Gewinner umlegt (Theoretisch), nennt man das “faire Quoten”. Der Gewinn des Buchmachers ergibt sich allerdings aus dem Rest, der nach Auszahlung an die Gewinner übrig bleibt. Man spricht also von “realen Quoten”. Addiert man die Quoten auf Sieg, Unentschieden und Niederlage eines Buchmachers, erhält man einen Maßstab um die Fairness von Buchmachern zu vergleichen. Eine möglichst hohe Summe spricht für einen gerechten Buchmacher bzw. gutem Wettbüro.